Nach Shitstorm zum Muttertag: Edeka legt mit Video zum Vatertag nach

Antonia Wallner
Freie Autorin
Papa ist der Beste - das will uns zumindest Edeka mit seinem neuem Werbespot weißmachen (Symbolbild: Getty Images)

Nach dem fragwürdigen Werbespot zum Muttertag sorgt Edeka jetzt mit einem Gegenstück zum Vatertag erneut für Aufsehen.

Die einen sind Mama-Kinder, die anderen kommen mit Papa besser klar. Eltern sein ist nie einfach, doch die Supermarktkette Edeka steckt mit Hilfe der bekannten Werbeagentur Jung von Matt Mutter wie Vater auch noch bewusst provokant in Klischee-Schubladen. Das sorgte schon zum Muttertag Anfang Mai für einen Shitstorm in den Medien, als Edeka zu Beginn der “Wir sagen Danke“-Kampagne Väter als schrullige, überforderte und hilflose Gestalten porträtierte. Dazu heißt es: “Danke Mama, dass du nicht Papa bist“. Das Video wurde scharf kritisiert. Von “Sexismus in Reinform“ war die Rede, zahlreiche Väter fühlten sich diskriminiert.

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Vatertags-Clip: Edeka will sich der Kritik stellen

Jetzt legt Edeka mit einem ebenso fragwürdigen Spot zum Vatertag am 30. Mai nach. "Die Kampagne war von Beginn an sowohl für den diesjährigen Mutter- als auch Vatertag angelegt", schreibt Edeka dazu auf Facebook. "Um die Kampagnenidee zu verdeutlichen, aber auch, weil wir uns der Kritik stellen möchten, anstatt sie zu verschweigen, haben wir uns dazu entschieden, auch den Onlinefilm zum Vatertag zu veröffentlichen.“

In 30 Sekunden vermittelt der Clip die Botschaft: Väter geben ihren Kindern das, was sie wollen. Und zwar hinter dem Rücken der strengen Mutter, die Gemüse serviert und Eis verbietet. “Danke Papa, dass du nicht Mama bist“, heißt es dann am Ende des Schwarz-Weiß-Videos.

Muttertags-Video: Werberat rügt Edeka

Zwar scheint Edeka die Kritik zumindest registriert zu haben, denn der Vatertags-Spot ist sowohl weniger überspitzt als auch deutlich kürzer als der Clip zum Muttertag. Aber zu Herzen genommen hat sich das Unternehmen die Debatte nicht. "In beiden Onlinefilmen stellen wir filmisch, in überspitzter Form und mit einem ironischen Augenzwinkern das alltägliche Familienleben dar", betont das Unternehmen weiter auf Facebook. "Um zu zeigen, dass die Aussagen im Film nicht unserem realen, modernen Bild von Vätern und Müttern entsprechen, haben wir bewusst einen Schwarz-Weiß-Filter gewählt."

Klischees und alte Rollenbilder funktionieren nicht mehr

Wie man das Video auch dreht und wendet, klar ist: Die gewollte Botschaft von Edeka kommt so nicht bei den Menschen an. Statt mit alten, überkommenen Rollenmustern in Schwarz-Weiß zu spielen, hätte sich die Supermarktkette mit den Werbeprofis vielleicht einfach an modernen Vätern und Müttern in Farbe ein Beispiel nehmen können.

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