Neue Studie: Unregelmäßiger Schlaf macht krank

Antonia Wallner
Freie Autorin

Ausreichend und vor allem regelmäßiger Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit. Wer zu wenig ruht, hat ein gesteigertes Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten, darunter Herz-Kreislauf-Probleme. Das hat jetzt eine neue Studie der “American Heart Association“ aufgedeckt.

Wer zu wenig schläft, riskiert Herzprobleme. (Symbolbild: Getty Images)

Es gibt Menschen, die schlafen jede Nacht so tief wie ein Baby. Andere wälzen sich hin und her, doch der lang ersehnte Schlaf will einfach nicht kommen. Das rächt sich dann am nächsten Morgen, wenn Betroffene wie Zombies durch den Tag schleichen.

Doch nicht nur die Laune leidet unter einem konstanten Schlafentzug. Eine neue Studie aus den USA hat jetzt einen Zusammenhang zwischen mangelnder Nachtruhe und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hergestellt. Demnach sei das Risiko eines Schlaganfalls und Herzkrankheiten bei Menschen, deren Schlaf im Durchschnitt um mehr als zwei Stunden schwankt, rund 2,2-mal höher als bei einem normalen Schlafmuster.

Vernachlässigter Faktor Schlaf

“Regelmäßiger Schlaf ist ein vernachlässigter medizinischer Bereich, der für alle von entscheidender Bedeutung ist. Das Verständnis der Beziehung zwischen Schlaf und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat wichtige Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und könnte neue Strategien für die Prävention aufzeigen”, sagte Tianyi Huang, Studien-Autor und Epidemiologe am “Brigham and Women’s Hospital“ in einer Pressemitteilung.

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Neben der Schlafdauer an sich, spiele auch die Einschlafzeit eine Rolle. Wenn die Schlafenszeit einer Person um mehr als 90 Minuten variierte, hatte sie das doppelte Risiko, an einer kardiovaskulären Störung zu erkranken, so die Studie.

Das Hauptproblem sind digitale Geräte

Digitale Geräte sind kurz vor dem Schlafen gehen kontraproduktiv. (Symbolbild: Getty Images)

Doch was sind die Ursachen für den zunehmend schlechten Schlaf der Bevölkerung? Die Wissenschaftler machen vor allem die digitalen Geräte verantwortlich. Die hellen Bildschirme von Smartphones, Tablets und Co. würden die Menschen vor dem Schlafen gehen zu sehr ablenken.

“Wenn sich unsere Ergebnisse bestätigen, muss die breite Öffentlichkeit – insbesondere diejenigen, die ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben – ihrem Schlaf mehr Aufmerksamkeit widmen”, sagte Studienautor Huang. “Die Menschen sollten dazu angehalten werden, die Nutzung mobiler Geräte vor dem Schlaf zu reduzieren, um die Regelmäßigkeit zu verbessern und die kardiometabolischen Vorteile zu maximieren”, so seine These.

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Besonders gefährlich ist nach Ansicht von Experten und Studien ein Schlaf von weniger als sechs Stunden pro Nacht.

Wachsamkeit der Hausärzte hilft bei der Prävention

Marie-Pierre St-Onge, Forscherin an der Columbia University, sieht hier auch die Hausärzte in der Pflicht: “Fragen wie ‘Schlafen Sie regelmäßig?‘ und ‘Haben Sie große Schwankungen in der Schlafdauer?’ würden helfen, Verbesserungspotenziale zu identifizieren.” Laut St-Onge ist die Gefahr schleichend: “Die Betroffenen haben möglicherweise keine äußerlichen Anzeichen – sie fühlen sich vielleicht nicht einmal schläfrig oder gähnen, genauso wie viele es nicht spüren, wenn sie hohen Blutdruck oder hohen Cholesterinspiegel haben. Aber der Risikofaktor ist da.“

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