Oktoberfest-Tisch: Dieses Angebot ist an Dreistigkeit nicht zu übertreffen

Anne Borchardt
Editor in Chief Yahoo Style & Entertainment

Zugegeben, ein Besuch auf dem Oktoberfest geht ins Geld. Eine Maß Bier liegt nur noch knapp unter 12 EUR , die legt man auch mal für eine Achterbahnfahrt hin. Das begehrteste Objekt auf der Wiesn ist und bleibt ein reservierter Tisch. Und die werden mittlerweile wie Konzerttickets gehandelt. Günstiger Ankauf, absurd teurer Verkauf. Ein aktuelles Angebot ist dabei jedoch an Dreistigkeit nicht zu übertreffen:

Wer nicht rechtzeitig einen Platz im Zelt reserviert, muss entweder tief in die Tasche greifen oder draußen im Biergarten feiern. (Bild: Getty Images)

Eigentlich ist der Weiterverkauf von reservierten Tischen auf dem Oktoberfest verboten. Aber daran halten sich die Wenigsten. Es gibt neben Angeboten auf den gängigen Kleinanzeigenportalen, sogar eine eigens dafür vorgesehene Webseite: tischreservierung-oktoberfest.de.

Auf eben dieser befindet sich gerade ein Angebot der Superlative. Für stolze 11499 Euro kann man am mittleren Wiesnwochenende einen Doppeltisch im Marstall Festzelt erwerben. Was danach klingt, als würde man für den Samstagabend das komplette Wiesnzelt mieten, ist lediglich für 20 Personen . Somit wäre man mit aufgerundet 580 Euro pro Person dabei, vier Stunden Wiesn-Spaß zu genießen.

Bei diesem Angebot muss man wirklich zweimal hinsehen. (Bild: Screenshot https://tischreservierung-oktoberfest.de)

Zum Vergleich: Eine direkte Reservierung bei den jeweiligen Betreibern liegt im Schnitt bei 40 Euro pro Person (im Preis enthalten: 2 Maß und 1 halbes Hendl). Dafür gibt es im Marstall Festzelt immerhin ein 3-Gänge-Menü statt eines halben Hendls.

“Tischreservierung für 20 Personen mit Reservierungsschreiben und Einlassbändchen/-karten. Inklusive drei Gänge Menü im Wert von € 50 pro Person”, heißt es auf der Webseite.

Redakteure der Münchner Tageszeitung “TZ” haben telefonisch bei dem Betreiber der Homepage tischreservierung-oktoberfest.de nachgefragt. Dieser erklärte, er vermittle lediglich Gutscheine weiter, die von Firmen angeboten werden und nicht direkt bei den Wirten gekauft worden sind. Seit sieben Jahren ist die Seite online und habe rund 250 Zulieferer. „Ein Geben und Nehmen – ein völlig legales Geschäft, von dem vor allem Festgäste aus dem Ausland profitieren“, so der Inhaber gegenüber “TZ”.

Ob man bei 11499 Euro für ein paar Stunden Oktoberfest-Stimmung noch von Profitieren sprechen kann, sei dahingestellt.

Weitere News zum Oktoberfest:

O'zapft is: Mit den Oktoberfest-Sneakern von adidas Originals stylish zur Wiesn

Teurer Spaß: So sehr hat sich die Wiesn-Maß im Verlauf der letzten 20 Jahre verteuert

Rucksack und Co.: Worauf dieses Jahr beim Oktoberfest zu achten ist