Snoozen und Verschlafen: Mit diesen Tipps und Tricks kommst du künftig besser aus dem Bett

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Nur noch fünf Minuten! Für viele Menschen beginnt der Tag damit, die Schlummertaste zu malträtieren. Doch das strapaziert nicht nur unser Ausreden-Repertoire (“Sorry, zu spät dran, aber die Katze hat den Schlüssel versteckt”), sondern auch die Gesundheit. Wie du künftig motivierter, besser und fitter aus dem Bett springst, liest du hier.

Das Smartphone solltest du künftig komplett aus deinem Schlafzimmer verbannen. (Bild: Getty Images)

Es ist schon erstaunlich, wie kreativ unser Gehirn wird, wenn es nach Rechtfertigungen sucht, den Wecker zu ignorieren oder die Schlummertaste zu drücken. Da werden die Geräusche einfach in den Traum integriert und man befindet sich plötzlich auf einem Raumschiff, in dem das gnadenlose Piepsen die bevorstehende Alien-Invasion ankündigt. Da schiebt der Gedanke “Es sind ja nur fünf Minuten” das schlechte Gewissen beiseite und bis wir das nächste Mal die Snooze-Taste drücken, haben wir schon vergessen, dass wir es ja schon getan haben.

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Doch es wird Zeit, dass wir uns selbst austricksen und den beherzten Sprung aus dem Bett endlich schaffen. Denn: Schlafforscher warnen schon länger davor, dass das ständige Aufwachen und Weiterschlafen auf Dauer extrem ungesund ist. So bringt die Schlummertaste den zirkadianen Rhythmus durcheinander, meint beispielsweise der US-Schlafstörungsforscher Robert Rosenberg.

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Das Gehirn weiß also nicht mehr, ob es wach oder müde sein soll, was über den Tag zu einer anhaltenden Abgeschlagenheit führen kann. “Es fühlt sich gut an, wieder einzuschlafen, da Serotonin freigesetzt wird, aber es ist nicht gut für den Körper“, sagt auch Dr. Daniel Barone, Neurologe des New York-Presbyterian.

Doch was kannst du tun, um künftig auch ohne Schlummertaste aus dem Bett zu kommen?

Tausche das Smartphone gegen ein gutes Buch! (Bild: Getty Images)

1. Den besten Rhythmus finden

Lange Schlafperioden von mehr als neun Stunden können sich auf die gleiche Weise schädlich auf die Gesundheit auswirken wie kurze Schlafzeiten unter sechs Stunden pro Nacht. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie von Schlafexperten des amerikanischen Sleep Clinic Service. Die perfekte Zeit der Nachtruhe liegt also zwischen sieben und acht Stunden. Wie viel Schönheitsschlaf du persönlich brauchst, lässt sich leicht herausfinden: Gönne dir zuerst sieben Stunden Nachtruhe und justiere die Zeit so lange nach, bis du dich morgens tatsächlich fit und ausgeschlafen fühlst.

2. Verbanne dein Smartphone aus dem Schlafzimmer

Harte Ansage, ja. Aber: Das Display-Licht hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin und führt zu einer schlechteren Schlafqualität. Vermeide es also künftig, direkt vor dem Einschlafen auf das Smartphone zu gucken und setze stattdessen auf ein ganz analoges Buch.

Zuverlässiger als der größte Wecker können manchmal Freunde sein, die nicht aufgeben. (Bild: Getty Images)

3. Lass dir helfen – von Freunden

Du hast bestimmt diesen einen Menschen in deiner Familie oder im Freundeskreis, der unverschämt gut gelaunt nach dem ersten Weckerklingeln in den Tag startet. Bitte sie oder ihn darum, dir eine Woche beim Aufstehen zu helfen, indem du eine feste Uhrzeit für den Weckruf vereinbarst (das Smartphone bleibt aber natürlich VOR der Schlafzimmertür). Damit die andere Seite wirklich sicher sein kann, dass du dich nicht gleich wieder ins Bett kuschelst, kannst du den Duschhahn aufdrehen oder die Kaffeemaschine anwerfen und den akustischen Beweis fürs Aufstehen liefern.

“Clocky, The Original Runaway”, der Wecker auf Rädern, läuft vor der Snooze-Hand einfach weg. (Bild: Amazon)

4. Lass dir helfen – von Gadgets

Endlich mal ein triftiger Grund, Geld für tolle Technik-Gadgets auszugeben! Vielleicht hilft dir ein Wake-up Light-Wecker, der 30 Minuten vor dem Klingeln mit einem simulierten Sonnenaufgang dein Schlafzimmer erhellt und dich schon mal sanft auf die Aufsteh-Challenge vorbereitet. Oder soll es radikaler sein? Dann ist vielleicht der “Runaway”-Wecker eine gute Wahl. Er lässt sich von deinen Snooze-Versuchen nicht beeindrucken und läuft so lange weg, bis du durch das Jagen garantiert wach genug bist, um einen Rückfall (ins Bett) zu vermeiden:

5. Hilft alles nichts? Dann hilft der Experte

Die gute Nachricht lautet: Schlafstörungen sind häufig erlernt – und lassen sich folglich auch wieder verlernen. Doch manchmal reicht es nicht aus, sich selbst austricksen und aus dem Muster ausbrechen zu wollen.

Schon wieder nachts wach? Diese Ursachen können dahinter stecken

Wenn du dich ständig schlapp und müde fühlst, nicht einschlafen und nur schwer aufstehen kannst, lohnt sich der Gang zum Experten. Das Schlafzentrum München empfiehlt eine sorgsame Differentialdiagnostik, um die genaue Ursache der Einschlaf- und Durchschlafstörungen herauszufinden. Eine Liste der anerkannten deutschen Schlaflabore findest du hier .

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