US-Schauspieler Billy Porter trägt Statement-Kleid für das Recht auf Abtreibung

Billy Porter kam zu den 73. Tony Awards am Sonntagabend in einem Anzug-Kleid, um seine Unterstützung für die Pro-Choice Bewegung zu signalisieren, die sich für das Recht auf Abtreibungen einsetzt.

Der US-Schauspieler, der in der US-Dramaserie „Pose“ mitspielt, trug zur Veranstaltung in der Radio City Music Hall in New York City ein Design, das wie ein Uterus aussah.

Das Anzug-Kleid wurde von dem New Yorker Brautmodenlabel Celestino Couture entworfen.

Porter trug es anlässlich der Abreibungsdebatte, die derzeit in den USA geführt wird.

Billy Porter trug auf dem roten Teppich ein maßgeschneidertes Celestino Couture Anzug-Kleid. [Foto: Getty]

Im Interview mit der Zeitschrift „Hollywood Reporter“, sagte er: „Bei der Anprobe sprachen wir darüber, ob ein Muster auf der Schleppe möglich wäre, das die Form eines Uterus hat – allerdings selbstverständlich nicht zu offensichtlich.“

„Und ich fand das eine geniale Idee, weil die Rechte der Frauen derzeit angegriffen werden. Ich setze mich für alle ein, die entrechtet werden. Niemand von uns ist frei, bis wir alle frei sind!“

„Und ich möchte wirklich sicherstellen, dass mich alle entrechteten Leute sehen, damit wir in unserer Gemeinschaft Kraft finden.“

US-Schauspieler Billy Porter bei den 73. Tony Awards in der Radio City Music Hall am 9. Juni 2019 in New York City. [Foto: ANGELA WEISS/AFP/Getty Images]

„Diese Regierung versucht, Frauen ihr Entscheidungsrecht zu nehmen und das ist inakzeptabel. Nein!“

Porter ist nicht der erste, der ein von weiblichen Genitalien inspiriertes Kleid trägt – Schauspielerin Emily Blunt wurde für ihr sogenanntes „Vagina-Kleid“ gefeiert, das sie Anfang des Jahres zu den SAG Awards getragen hatte.

Das Kleid war außerdem aus Upcycling-Material: Es wurde aus einem Vorhang genäht, der bei der Broadway Produktion des Hit-Musicals „Kinky Boots“ zum Einsatz kam. Dieses lief nach 2.507 Vorstellungen letzten April aus.

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Porter gewann 2013 einen Tony Award für bester Musical-Performer.

Die Abtreibungsdebatte in den USA

Abtreibung ist in den Vereinigten Staaten ein Thema von großer politischer Bedeutung.

Im Mai verabschiedete Alabama das strengste Abtreibungsgesetz des Landes in 46 Jahren, während Georgia im selben Monat ein Gesetz verabschiedete, das Abtreibungen verbietet, sobald ein Herzschlag ermittelt werden kann – also normalerweise ab der sechsten Schwangerschaftswoche.

In den vergangenen Monaten gab es landesweit Proteste – von New York City bis nach Memphis, Tennessee – und viele Stars haben die Gesetze kritisiert.

Laut einer Umfrage von 2018 finden 58 % der US-amerikanischen Erwachsenen Abtreibungen moralisch falsch – im Vergleich zu 37 %, die angaben, sie sollten immer oder fast immer illegal sein. Diese Ergebnisse erklären vielleicht, weshalb die Debatte so aufgeheizt ist.

In Großbritannien und Irland variiert die Rechtslage je nachdem, wo man sich im Land befindet.

Frauen in England, Schottland und Wales können auf Grundlage des Abtreibungsgesetzes aus dem Jahr 1967 bis zur 23. Schwangerschaftswoche und 6 Tagen legal abtreiben.

Letztes Jahr wurde in Irland ein Gesetz verabschiedet, das es Frauen ermöglich, bis zur 12. Schwangerschaftswoche abzutreiben. Die Entscheidung dafür erfolgte nach einem Referendum, bei dem sich eine satte Mehrheit von 66,4 % gegen das Verbot von Abtreibungen aussprach.

Aber dieses Gesetz gilt nicht für Nordirland. Dort bleibt Abtreibung unter fast allen Umständen verboten, außer das Leben der Frau ist in Gefahr. Vergewaltigung, Inzest und tödliche Anomalien des Fötus sind keine Gründe für eine legale Abtreibung.

Francesca Specter