Wer Freundschaften pflegt, lebt länger

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Wer am Wochenende zuhause sitzt und überlegt, ob er lieber seiner Familie einen Besuch abstatten oder mit seinen Freunden abhängen soll, dem kann man aus wissenschaftlicher Sicht nur einen Rat geben: Nimm die Freunde! Zumindest, wenn du lange leben willst.

Menschen, die gute Freunde haben, schütten vermehrt das Kuschelhormon Oxytocin aus. (Bild: Getty Images)

Dass es einen Zusammenhang zwischen sozialen Bindungen und der Gesundheit sowie Lebenslänge der Menschen gibt, haben bereits etliche Studien bewiesen. Einsame Menschen haben ein ebenso großes Risiko, früher zu sterben, wie Raucher und Personen, die sich nicht ausreichend bewegen.

Der Schlüssel liegt im Oxytocin

Menschen, die im Familienverbund aufgehoben sind oder gute Freunde haben, schütten dagegen vermehrt den Neurotransmitter Oxytocin aus, der auch als Kuschelhormon bezeichnet wird und sich im Körper gleich mehrfach positiv auswirkt: Er senkt das Stresslevel, den Blutdruck und das Schmerzempfinden, mindert Ängste, hebt die Stimmung und trägt wesentlich zum Wohlbefinden bei.

Von den Freunden bleiben nur die guten übrig

Während in jüngeren Jahren Familie und Freunde denselben positiven Effekt auf die Lebenserwartung haben, ändert sich das mit zunehmendem Alter. Davon ist der Wissenschaftler William Chopik von der Michigan State University nach seinen Studien überzeugt.

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Der Wissenschaftler erklärt sich das Phänomen so: Da man sich Freunde anders als Familienangehörige selbst aussuchen und dementsprechend auch wieder aussortieren kann, blieben im fortgeschrittenen Alter oft nur diejenigen übrig, die einem auch wirklich guttun.

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Zudem könnten echte Freunde einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, zum Beispiel nach dem Verlust des Partners wieder Lebensmut zu schöpfen und bis ins hohe Alter am sozialen Leben teilzuhaben.

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